https://www.eine-welt-shop.de/?sPartner=wolzwebkatalogfairfood0020 Lyrik- und Prosaseite | wolzArt | Dr. Herbert Wolz

Lyrik- und Prosaseite


Prämierung des 5. Mannheimer Jugendliteraturpreises, ausgelobt von „Die Räuber’77“ unter Mitwirkung der Kinder-und Jugendbibliothek der Stadt Mannheim

Prämierung1



Emily Adams „Durchstarten“ und Sebastian Maesel „Großstadtmemoiren: Es ist Zeit, um zu verstehen“ gewannen mit Prosatexten.

In familiär-festlicher Umrahmung fand die Prämierung des 5. Mannheimer Jugendliteraturpreises mit dem Thema „durchgestartet“ statt.

Hindernisse wurden aus dem Weg geräumt. Sebastian Maesel (19J.) konnte mit seinem gebrochenen Fuß aus Ludwigshafen kommen, und für Emily Adams (19 J.)  las (ausnahmsweise) ihre Mutter den Text vor. Sebastian und Emily gewannen  je einen 2. Preis (150 € Preisgeld, von Raik Dreher gesponsert).

Rudy Kupferschmitt, der durch das Programm führte, ordnete die beiden in eine lange Reihe von Gewinner*innen ein, denn der Mannheimer Literaturpreis wird seit 1980 vergeben, und es finden sich einige Namen bekannter Autor*innen darunter.

Die Begrüßungsworte für die Kinder-und Jugendbibliothek der Stadt Mannheim sprach deren Leiterin Kirsten Brodmann, die einmal mehr einen sehr schönen Rahmen für die Preisverleihung schuf  und mit ihrem Engagement den Wettbewerb von Anfang an unterstützt.

Raik Dreher bot einen kleinen „Werbespot“ für das kulturelle Leben in Ludwigshafen.

Wunderbar improvisierte Christian Kurtzahn am Klavier, und der Applaus des Publikums zeigte, dass sein Spielen begeistert aufgenommen wurde.

Die beiden prämierten Texte können auf der Homepage der „Räuber’77“ http://www.raeuber77.de/ gern nachgelesen werden.

Aus der Laudatio von Manuela Jeßler-Bach zu Emily Adams’ Text „Durchstarten“ heißt es:

„Während unseres Gesprächs konnte ich diese selbstkritische und selbstreflexive Haltung bei Emily mehrfach feststellen, und bei aller Zielorientiertheit dieser jungen Frau habe ich auch eine grundsätzliche Kritik gegenüber dem Leistungsprinzip gehört. Daneben habe ich Emily kennengelernt als jemanden, die um die Macht der Leichtigkeit weiß, die das Leben auskosten möchte.

Ihr für den Wettbewerb vorgelegter Text „Durchstarten“ beschäftigt sich mit eben dieser Ambivalenz: Ein Mitte 20-Jähriger, erfolgreicher, derzeit verletzter Kraftsportler, beschließt während eines Reha Aufenthaltes seine Karriere zu beenden. Inaktiv geworden erahnt er allmählich die spielerischen Seiten des Lebens. Er hat Zeit – Zeit zu spüren, Zeit zu zweifeln.“

Aus der Laudatio von Edda Nieber (dreimalige Preisträgerin des Jugendliteraturwettbewerbs) zu Sebastian Maesels Text „Großstadtmemoiren: Es ist Zeit, um zu verstehen“

„Das hier ist der erste Wettbewerb, an dem Sebastian teilnimmt, und er hätte überhaupt nicht damit gerechnet, prämiert zu werden. Gut, das denkt man wahrscheinlich fast immer, wenn man bei einem Wettbewerb mitmacht, aber in diesem Fall ist es vielleicht sogar nachvollziehbar, warum Sebastian so gezweifelt hat. Diejenigen unter uns, die selbst Texte schreiben, werden es vermutlich kennen: Man schreibt tagelang an einem Text, verbessert ihn, streicht Passagen raus, schreibt neue dazu und liest ihn sich dann nochmal durch um festzustellen, dass man ihn am liebsten komplett neu schreiben würde. So ging es Sebastian auch. Er saß drei Wochen lang an einem Text und hat dann, zwei Stunden vor Einsendeschluss, einen völlig neuen geschrieben. Einfach so aus dem Ärmel geschüttelt. Und das Ergebnis kann sich – ganz offensichtlich – durchaus sehen lassen.“

Ja, so ist es.

Einen Wermutstropfen mehr mussten die Räuber’77 schlucken. Wieder einmal wurde diese Veranstaltung von der lokalen Presse weder mit einer Ankündigung noch einem Artikel zu dieser feinen Veranstaltung gewürdigt.

                                                                       Kristin Wolz

 


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